Eltern TippWas macht man mit beschädigtem Bargeld?

Wir muten unserem Bargeld, den Euro-Banknoten und -Münzen, eine ganze Menge zu. Banknoten und Münzen gehen durch zahlreiche Hände, werden mal in der Geldbörse, mal in der Kasse oder auch bloß in der Hosentasche aufbewahrt, sie werden gezählt, sortiert, überreicht und entgegengenommen – kurzum:  Unser Geld ist permanent einer großen Belastung ausgesetzt.

Zwar werden nicht bloß die Münzen, sondern auch die Banknoten aus äußerst robusten Materialien hergestellt, trotzdem kann es mal passieren, dass ein Schein oder eine Münze beschädigt wird. Damit ist das Bargeld natürlich nicht sofort entwertet. Es gibt aber einige Punkte, die man in Sachen Gültigkeit und Umtausch von beschädigtem Euro-Geld beachten muss.

Wir geben Ihnen, liebe Eltern und LehrerInnen, praktische Tipps, wie Sie Ihren Kindern die Grundregeln für den Umgang mit beschädigtem Bargeld vermitteln können.

Wie beschädigt darf eine Banknote sein?

Es ist im Grunde ganz einfach: Ist ein Schein in zwei Teile zerrissen, muss der größere Teil noch vorhanden sein, um ihn umtauschen zu können. Das macht Sinn, sonst könnte man einen Schein ja leicht gegen zwei Scheine eintauschen. Ist nur noch weniger als die Hälfte des Scheins übrig geblieben, wird es schon bedeutend schwieriger: Dann muss man glaubhaft nachweisen können, dass der Rest der Banknote auch wirklich vernichtet wurde. Ein schwieriges Unterfangen, schließlich fertigt man in der Regel keine Beweisfotos an, wenn eine Banknote versehentlich in die Waschmaschine gerät.  Übrigens: Auch Münzen können umgetauscht werden, dafür dürfen diese aber nicht verändert, z.B. durchlöchert, sein.

Sparefrohs Tipp:

  • Ein einfaches Denkspiel eignet sich hervorragend, um den Kindern zu verdeutlichen, wann man eine Banknote in der Regel problemlos umtauschen kann: Man fertigt auf Papier gemaltes Spielgeld an (kein echtes Geld verwenden!) und zerschneidet diese Scheine in mehrere Stücke. Die lieben Kleinen bekommen dann einen Teil der Schnipsel und müssen sie wie bei einem Puzzle zusammensetzen, um herauszufinden, ob noch mehr als die Hälfte des Scheins vorhanden ist.

Wer tauscht den Geldschein um?

Ist eine Banknote einmal beschädigt, muss ein Händler sie nicht mehr annehmen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er von diesem Recht auch Gebrauch macht. Schließlich läge der zusätzliche Aufwand, den Schein umzutauschen, bei ihm, wenn er ihn annähme.

Also sollte man den Schein umtauschen. Die örtliche Bank oder Sparkasse ist dafür in aller Regel der richtige Ansprechpartner – meist werden die Scheine dort umgetauscht, auch wenn es für diese Institute keine Pflicht dazu gibt. Sollte der Umtausch verweigert werden, muss man sich an die Nationalbank wenden. Dort muss man dann nachweisen, dass der Geldschein nicht absichtlich beschädigt wurde, und erhält nach einer Prüfung auf Echtheit für den beschädigten Geldschein einen frischen, nagelneuen.

Sparefrohs Tipp:

  • Um ein Bewusstsein für die unterschiedlichen Institutionen zu schaffen, eignet sich eine spielerische Recherche, bei der die Kinder unter Aufsicht im Internet nach den passenden Adressen zum Umtausch beschädigten Bargelds suchen. Mögliche Fragestellungen sind: Wo befindet sich die nächste Bank? Wo finde ich die Nationalbank? Was ist eigentlich der Unterschied zwischen normalen Finanzinstituten und der Nationalbank?

Kann ich mein Geld nicht selbst reparieren?

Hat man eine in zwei Teile zerrissene Banknote in seiner Geldbörse, kann man den Schein mit einem Klebestreifen auch selbst reparieren. Trotzdem müssen Händler einen solchen Schein nicht annehmen. Der Aufwand kann sich aber allein deswegen schon lohnen, weil man beim Umtausch in der Bank sofort zweifelsfrei deutlich macht, dass mehr als die Hälfte des Scheins noch vorhanden ist.

Sparefrohs Tipp:

  •  In einer kleinen Bastelrunde können die Kinder die bei Tipp 1 zusammengepuzzelten Papierschnipsel wieder zusammenkleben.

Darf man das mal testen?

Das eine oder andere Kind könnte in Versuchung geraten, den Prozess des Geldumtauschs mal auszutesten und absichtlich einen Geldschein zu zerreißen. Der Mythos, dass so eine Handlung strafbar wäre, stimmt zwar für die Eurozone nicht (mehr), trotzdem darf die Bank bei mutwilliger Beschädigung von Geld den Umtausch verweigern.

Sparefrohs Tipp:

  •  Beugen Sie dieser Idee vor und machen Sie in einem Gespräch deutlich, dass man mit seinem Geld im Allgemeinen genauso wie mit Bargeld im Speziellen sorgsam umgehen muss und ein absichtlich zerrissener Schein nicht mehr eingetauscht werden kann.