Eltern Lehrer TippWo wird der Euro „gemacht“?

Bereits seit dem Jahr 1999 ist der Euro die offizielle Währung der Mitgliedsländer in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Drei Jahre später, am 1. Januar 2002, wurde erstmals das uns heute vertraute Euro-Bargeld ausgegeben. Mit dem Beitritt von Lettland zur Währungsunion am 1.1.2014 wird er in insgesamt 18 EU-Ländern als offizielle Währung dienen.

Das sind eine ganze Menge verschiedener Staaten – es braucht also auch eine ganze Menge Bargeld, um den täglichen Geldverkehr zu gewährleisten. Doch wo kommen die Münzen und Scheine des Euros her? Welche Besonderheiten gibt es? In diesem Artikel wollen wir Ihnen, liebe Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, nützliche Informationen und Tipps geben, wie Sie Ihre Kinder und SchülerInnen auf kindgerechte Art und Weise zu kleinen Euro-Experten machen.
 

Welche Länder haben den Euro?

Als der Euro 1999 als Zahlungsmittel für alle Buchvorgänge eingeführt wurde, beteiligten sich insgesamt 11 Staaten an der neuen Gemeinschaftswährung: Neben Österreich waren das Frankreich, Italien, Deutschland, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Finnland, Spanien, Portugal und Irland. Noch vor der Einführung des Euro-Bargelds kam 2001 bereits Griechenland hinzu.

In den folgenden Jahren traten noch Slowenien, Zypern, Malta, die Slowakei und Estland bei, ab 2014 wird auch Lettland Teil der Währungsunion sein. Zusätzlich zu den Hauptmitgliedstaaten nutzen 6 weitere Länder den Euro als Zahlungsmittel. Das bedeutet: 24 Länder brauchen jeden Tag ausreichend Bargeld, 21 Länder haben dabei sogar individuelle Münzen. Da muss eine Menge Geld produziert werden.

Interessant zu erwähnen ist auch, dass es 10 Länder mitten in Europa gibt, die auf einen Beitritt zur Währungsunion verzichtet haben. Dazu gehören u. a. die Tschechische Republik, Ungarn und das Vereinigte Königreich Großbritannien.

Sparefrohs Tipp: Kinder lieben Suchspiele! Was ist da naheliegender, als auf einer Karte nach den Teilnehmerstaaten der Währungsunion zu suchen? Oder jene Länder, die den Euro als Währung verwenden, auf einer Umriss-Karte bunt auszumalen? So bekommen die Kleinen ein Gespür für die Dimensionen der Europäischen Währungsunion – und auch für die Mengen an Bargeld, die dort täglich benötigt werden.
 

Banknoten – Was ist die Europäische Zentralbank?

Unser Euro-Bargeld wird an verschiedenen Orten hergestellt, jedoch nicht ohne die Genehmigung einer zentralen Stelle: der Europäischen Zentralbank. Sie ist im deutschen Frankfurt am Main beheimatet. Das bedeutet aber keineswegs, dass es sich um eine deutsche Institution handelt. Ganz im Gegenteil: Es ist ganz besonders wichtig, dass die EZB unabhängig von nationaler Politik und Justiz agieren darf.

Gleichzeitig verfügt jedes Land über eine nationale Zentralbank, die die Banknoten für ihr jeweiliges Land tatsächlich druckt – jedoch nur in dem Rahmen, den die EZB vorgibt. In Österreich ist das die Oesterreichische Nationalbank AG in Wien. Die Scheine werden entsprechend den strengen Sicherheitsvorschriften für den Euro produziert.

Sparefrohs Tipp: In unserem Artikel über Falschgeld haben wir bereits auf die Merkmale einer echten Euro-Banknote hingewiesen. Auch wenn die Sicherheitsmerkmale von Geldscheinen nicht direkt mit dem Ursprung des Geldes zu tun haben, eignet sich dieser Moment ganz gut für einen kurzen Auffrischungskurs in Sachen „Falschgeld erkennen“ – schließlich ist es im alltäglichen Umgang mit Geld äußerst wichtig, dass auch die Kinder schon wissen, wie sie eine echte Banknote erkennen können.
 

Wo kommen all die Münzen her?

Jedes Land hat seine eigene Prägestätte, in der die Euro-Münzen hergestellt werden. In Österreich ist das die in Wien beheimatete „Münze Österreich AG“. Alle Euro-Münzen, die dort geprägt und in Umlauf gebracht werden, gelten natürlich in der gesamten Währungsunion als gültiges Zahlungsmittel.

Die Vorderseiten unserer Euro-Münzen sehen alle gleich aus, die Rückseiten haben es aber in sich: 21 Länder haben eigens gestaltete Münzen in Umlauf gebracht. Im August 2009 waren das insgesamt bereits ca. 86 Milliarden Münzen. In Österreich zeigen die Rückseiten der Euro-Münzen folgende Symbole:

Münze

Symbol

1 Cent

Enzian

2 Cent

Edelweiß

5 Cent

Alpenschlüsselblume

10 Cent

Stephansdom

20 Cent

Schloss Belvedere

50 Cent

Wiener Secessionsgebäude

1 Euro

Wolfgang Amadeus Mozart

2 Euro

Bertha von Suttner

Sparefrohs Tipp: Eine Reise durch Europa! Inzwischen sind die nationalen Münzen wild durchgemischt. In Österreich findet man Münzen aller anderen Mitglieder der Währungsunion. Welche Länder-Münzen haben die Kinder wohl in ihrer Spardose? Schauen Sie sich einige Münzen an und überlegen Sie gemeinsam mit den lieben Kleinen, aus welchem Land sie wohl kommt. Ordnen Sie die Münzen den gemalten „Währungsunions-Karten“ aus Tipp 1 zu. So kann man sehen, welche großen Reisen die Münzen schon hinter sich haben.


Wo geht das Geld hin?

Alles ist vergänglich, auch das Bargeld. Wann immer eine Banknote im Zuge ihrer Reise zurück zu einer Bank wandert, wird sie auf ihren Zustand untersucht. Beschädigte oder stark abgenutzte Scheine werden dann unter strengen Sicherheitsbestimmungen zurück an die jeweilige Nationalbank geschickt, wo sie in kleine Schnipsel zerlegt und somit vernichtet werden. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Banknote beträgt bei kleineren Scheinen ein bis vier Jahre, bei größeren Banknoten bis zu zehn Jahre.

Auch Münzen werden irgendwann entsorgt, erweisen sich aber natürlich als deutlich robuster. Sie bleiben oft Jahrzehnte in Umlauf, bevor sie aussortiert und zurück an die zuständige nationale Prägestelle geschickt werden.

Sparefrohs Tipp: Beschädigte Scheine können bei der Bank eingetauscht werden. Nehmen Sie Ihr Kind einmal mit zum Bankschalter, wenn Sie eine kaputte oder abgenutzte Banknote tauschen.