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Wie erklärt man Kindern eine Versicherung?

Kaum ein Bereich unseres Alltags ist heutzutage nicht in irgendeiner Form versichert. Auch unsere Kinder genießen über direkte Versicherungen oder beispielsweise über eine Familienversicherung in zahlreichen Fällen den Schutz einer Versicherungsvereinbarung. Doch was steckt eigentlich hinter dem Versicherungsprinzip und wie kann man diese oft verklausulierte und komplizierte Welt kindgerecht erklären?

Wir haben hier die wichtigsten Informationen rund um Versicherungen zusammengetragen und geben, wertvolle Tipps, wie Sie Ihre Kinder in diese Welt einführen können.

Was ist eine Versicherung?

Das grundlegende Prinzip einer Versicherung ist ganz einfach: Man schützt sich vor den finanziellen Folgen unangenehmer Ereignisse. Jedem Menschen kann mal ein Missgeschick passieren. Wenn nun viele Personen eine kleine Versicherungsprämie in einen Topf einzahlen, können aus diesem Topf später die Forderungen gegen eine einzelne Person, der das Missgeschick tatsächlich passiert ist, beglichen werden. Dieses Prinzip wird in vielen unterschiedlichen Varianten angewendet. Mal geht es nur um den Schutz vor der Rechnung, wenn man mit einem Fußball versehentlich eine Fensterscheibe eingeschossen hat. Gesellschaftliche und sozialpolitische Bedeutung hat dagegen zum Beispiel die Krankenversicherung, die dafür sorgt, dass man im Krankheitsfall jederzeit zum Arzt gehen kann.

Sparefrohs Tipp:

  • Um das Versicherungsprinzip zu verdeutlichen, kann man in der Klasse eine Mini-Versicherung einrichten: Jeder Schüler zahlt 10 Cent Prämie ein und wenn mal jemand seine Jause vergisst, tritt der Versicherungsfall ein: Er kann sich dann ein Brot beim Schulbüfett kaufen.

Verschiedene Schutzversicherungen

Die unterschiedlichen Versicherungsangebote sind inzwischen fast so vielfältig wie das Leben selbst. Für jedes denkbare Szenario gibt es eine passende Versicherung. Natürlich variiert, je nach Menge der Beitragszahler und statistischem Risiko des konkreten Szenarios, die Höhe der Versicherungsprämie, die gezahlt werden muss. Letzlich läuft alles auf statistische Wahrscheinlichkeiten hinaus: Die Versicherer füllen den Topf so weit auf, dass aller Wahrscheinlichkeit nach jeder Schadensfall beglichen werden kann (natürlich soll dazu auch immer noch ein Verdienst für die Versicherung selbst übrig bleiben).

So versichert sich zum Beispiel der Unternehmer mit einer Rechtsschutz-Versicherung gegen die Anwalts- und Gerichtskosten bei unerwarteten rechtlichen Auseinandersetzungen. Bucht man eine Urlaubsreise, ist sich aber noch nicht sicher, ob man die Reise wirklich antreten kann, kauft man eine Reiserücktrittsversicherung, die bei Nichtantritt zumindest einen Teil der Reisekosten erstattet. Haushaltsversicherung, Autohaftpflichtversicherung, Paketversicherungen bei wertvollen Warensendungen... es gibt kaum ein Risiko, vor dem man sich nicht schützen kann.

Sparefrohs Tipp: 

  • Fragen Sie die Kinder doch mal, ob sie sich an einen Versicherungsfall in der Familie erinnern können. Wurde zum Beispiel beim Fußballspielen mal eine Scheibe eingeschossen? Anhand solcher Beispiele kann man gut erklären, wie die Versicherung gewirkt hat.

Versicherung als Vorsorge und Absicherung

Einige Versicherungen nehmen eine Sonderrolle ein, weil sie entweder besonders wichtig sind oder weil sie eine spezielle Funktion ausüben. So wird heutzutage die Lebensqualität in den großen Industrienationen nicht unwesentlich von den örtlichen Regelungen zur Krankenversicherung abhängig gemacht. Ein solides Gesundheitssystem gilt als wichtige Säule des Wohlstands und sozialer Gerechtigkeit, da es allen Bürgern, unabhängig vom Einkommen, Zugang zu medizinischer Versorgung gewährt.

Eine weitere Sonderrolle kommt Vorsorge-Versicherungen wie einer Lebensversicherung oder der Pensionsversicherung zu. Anders als bei den meisten Schutzversicherungen geht man hier von vornherein davon aus, dass der Versicherungsfall zu einem bestimmten, meist vorab definierten Zeitpunkt einsetzt und die Versicherungssumme ausbezahlt wird. Hier geht es dann nicht mehr um kalkulierte Risiken, sondern darum, dass das eingezahlte Geld im Laufe der Zeit seinen Wert steigert. Vor allen Dingen Lebensversicherungen sind somit ein wesentliches Instrument der privaten Altersvorsorge.

Sparefrohs Tipp:

  • An dieser Stelle wird deutlich, dass Versicherungen längst auch ein wichtiges Finanzinstrument sind und deswegen viel mit dem Sparen gemeinsam haben. Dazu rufen wir gern noch einmal unseren Eltern- &Lehrer-TippAlles rund ums Sparenins Gedächtnis.

Welche Versicherungen machen auch für Kinder Sinn?

Natürlich müssen Kinder sich noch nicht mit den komplexen Vertragsdetails verschiedener Versicherungen auseinandersetzen. Trotzdem gibt es einige Versicherungsarten, die unbedingt auch für Kinder abgeschlossen sein sollten. Neben der Krankenversicherung ist zum Beispiel die private Unfallversicherung enorm wichtig. Im Zuge der staatlichen Unfallversicherung sind Kinder zwar zum Beispiel auf dem Schulweg vor den finanziellen Folgen von Unfällen geschützt, in ihrer Freizeit gilt dieser Schirm aber nicht. Sehr sinnvoll kann auch eine Haftpflichtversicherung sein, die ausbezahlt wird, wenn das Kind versehentlich einen materiellen Schaden verursacht (zum Beispiel die oft strapazierte eingeschossene Fensterscheibe). 

Sparefrohs Tipp:

  • Welche Versicherungen wurden für Ihre Kinder bereits abgeschlossen? Erklären Sie den lieben Kleinen, wie diese Versicherungen funktionieren.