Eltern Lehrer TippWelche Sicherheitsmerkmale gibt es und wie erkennt man Falschgeld?

Falschgeld ist eine unvermeidbare Realität in jedem Geldkreislauf. Wenn Kinder ihre ersten Erfahrungen im Umgang mit Bargeld machen, sind sie diesen kriminellen Machenschaften genauso ausgesetzt wie alle anderen Menschen. Natürlich werden auch Kinder schnell stutzig sein, wenn sie einen „105-Euro-Schein“ ausgehändigt bekommen, doch die Methoden der Fälscher sind inzwischen sehr perfide und detailgetreu geworden. Nur wer gut informiert ist, kann die zahlreichen Echtheitsmerkmale einer Banknote überprüfen und vermindert so das Risiko, mit wertlosen Fälschungen um sein Geld betrogen zu werden.

Wir geben Ihnen, liebe Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, praktische Tipps, wie Sie Ihre Kinder spielerisch mit den Echtheitsmerkmalen der Euro-Banknoten vertraut machen und ein Bewusstsein für Falschgeld schaffen können.

Der Euro wird in insgesamt sieben Banknoten herausgegeben. Alle Banknoten sind in einer bestimmten Farbe gehalten und weisen Abbildungen von Gebäuden einer bestimmten Epoche auf. Die Baustile dieser Gebäude stellen in aufsteigender Reihenfolge eine Zeitreise dar.

Banknote

Farbe

Baustil des Gebäudes

5 Euro

grau

Klassik

10 Euro

rot

Romanik

20 Euro

blau

Gotik

50 Euro

orange

Renaissance

100 Euro

grün

Barock und Rokoko

200 Euro

gelb

Industriezeitalter

500 Euro

lila

moderne Architektur

Sparefrohs Tipp: 

  • Während die unterschiedlichen Baustile den Kindern nicht viel sagen werden, eignen sich die unterschiedlichen Farben gut, um eine Zuordnung von Aussehen und Zahlenwerten herzustellen. Lassen Sie die Kinder zunächst in Liedform die einzelnen Farben in der richtigen Reihenfolge auswendig lernen und ordnen Sie dann jeder Farbe eine Zahl zu. Zum Beispiel: fünf graue Häuser, zehn rote Luftballons...

Einige der wesentlichen Merkmale einer echten Euro-Banknote lassen sich mit dem „Fühlen – Sehen – Kippen“-Test überprüfen.

Zunächst werden alle Scheine aus einem bestimmten Papier hergestellt, welches sich besonders griffig und fest anfühlt. Sie verfügen an bestimmten Stellen über ein fühlbares Relief – auf der Vorderseite sind das die erhabenen Linien links und rechts, die Abbildung des Bauwerks und die angedeutete „handschriftliche“ Signatur.

Beim „Sehen“-Teil des Tests können drei besondere Merkmale auf der Vorderseite des Scheins überprüft werden, die nur dann sichtbar sind, wenn die Banknote gegen das Licht gehalten wird:

  • ein Wasserzeichen auf der großen, weißen Fläche links auf den Scheinen,
  • ein Sicherheitsfaden, der mittig über die Banknote verläuft, und
  • eine glänzende Zahl links unten wechselt die Farbe.

Schließlich kann man den Schein noch kippen, um zu überprüfen, ob sich das Motiv im silbernen Hologramm rechts auf der Vorderseite des Scheins verändert.

Sparefrohs Tipp: 

  • Die einzelnen Merkmale sind auf allen Banknoten in etwa an der gleichen Stelle platziert. Anhand eines geringwertigeren Scheins kann man die einzelnen Phasen des Tests demonstrieren. Nutzen Sie zumindest zwei unterschiedliche Scheine (also zum Beispiel 5 Euro und 50 Euro), um zu zeigen, dass die Merkmale unabhängig von der konkreten Banknote gefunden werden können.

Neben den Merkmalen aus dem „Fühlen – Sehen – Kippen“-Test gibt es noch andere, versteckte Anzeichen für eine echte Banknote. So gibt es an verschiedenen Stellen auf der Vorder- und Rückseite winzige Schriftzeichen, die dem bloßen Auge als dünne Linie erscheinen, unter der Lupe aber gestochen scharf sind. Außerdem weist ein Geldschein unter UV- und Infrarot-Licht ein ganz besonderes Aussehen auf.

Sparefrohs Tipp: 

  • UV- und Infrarot-Lampen stehen nur selten mal eben so zur Verfügung, eine Lupe lässt sich da schon leichter finden. Weisen Sie die Kleinen auf die Mikroschrift hin und demonstrieren Sie den Effekt. Diese Methode taugt zwar kaum zur alltäglichen Überprüfung der Echtheit einer Banknote, schafft aber ein Bewusstsein dafür, wie raffiniert man sich gegen Fälscher schützen muss und was für ein gewichtiges Problem Falschgeld eigentlich darstellt.

In Österreich wurde im Jahr 2012 fast eine halbe Million Euro Falschgeld aus dem Verkehr gezogen. Wer sich eine solche gefälschte Banknote unterjubeln lässt, hat unvermeidbar den Schaden: Die Weitergabe von Falschgeld steht unter Strafe, man muss den falschen Schein unbedingt der nächsten Polizeiinspektion übergeben. Ersetzt wird einem das Geld dabei aber nicht. Deswegen ist es wichtig, bei jeder Bargeld-Transaktion aufmerksam zu bleiben und die einzelnen Banknoten auf Echtheit zu überprüfen.

Sparefrohs Tipp: 

  • Entwickeln Sie mit den Kleinen einen festen Ablauf für jeden Einkauf – bezahlen, Wechselgeld erhalten, überprüfen. Die Überprüfung besteht dabei sowohl aus dem „Fühlen – Sehen – Kippen“-Test als auch dem in Tipp 1 gelernten Lied, um festzustellen, dass es diesen Wert überhaupt als Banknote gibt. Spielen Sie Kaufladen mit den Kindern und achten Sie darauf, dass sich die Abfolge beim Einkauf bei den Kindern gut einprägt.

Hier haben wir alle Sicherheitsmerkmale aufgelistet, damit Sie gemeinsam mit Ihren Kindern einen guten Überblick haben.