Eltern Lehrer TippAlles rund ums Sparen

Schon seit dem Jahr 1956 ist der Sparefroh das Maskottchen der Erste Bank und Sparkassen. Dabei deutet sein Name schon an, wofür er in erster Linie steht: das Sparen. So unscheinbar dieses Wort auch wirkt: Hinter ihm verbirgt sich eine gewichtige Bedeutung, die jeder Mensch erlernen muss, am besten schon von Kindesbeinen an.

In diesem Artikel wollen wir das Sparen und seine zahlreichen Aspekte von vielen Seiten beleuchten und dabei wertvolle Tipps geben, wie Sie, liebe Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Ihre Kinder behutsam und gut verständlich an diese komplexe Materie heranführen können.

Was ist Sparen und was bedeutet es?

Auf seine Wortbedeutung reduziert, ist Sparen zunächst einfach nur das Zurücklegen aktuell zur Verfügung stehender Mittel, um sie zu einem späteren Zeitpunkt verwenden zu können. Dahinter verbirgt sich natürlich noch sehr viel mehr. Doch für ein Kind ist nicht zwangsläufig klar, warum man etwas, das man im Moment zur Verfügung hat, nicht auch sofort benutzen soll.

Mit dem Sparen geht eine gewisse Weitsichtigkeit einher. Man verzichtet für den Moment, um später umso mehr profitieren zu können – unabhängig davon, wie und wofür man eigentlich spart. Nur wer schon einmal gespart hat kann das gute Gefühl eines Sparerfolgs wahrnehmen.

Sparefrohs Tipp:

  • Um den Kindern das tolle Gefühl eines Sparerfolgs zu vermitteln, braucht es gar kein Geld. Ein einzelnes Bonbon, das sofort verspeist wird, stellt eine kurze Freude dar, von der man nicht sehr lange zehrt. Viel mehr Freude bereitet es, wenn man an einem Abend gleich mehrere Bonbons genießen kann. Machen Sie doch einen „Süßigkeiten-Sparplan“ mit den Kindern. Jeden Tag wird dem „Süßigkeiten-Konto“ ein weiteres Bonbon hinzugefügt und einmal pro Woche wird dann „ausgezahlt“. Sprechen Sie mit dem Kind darüber, wie sehr es davon profitiert hat, ein wenig zu warten, um den Genuss zu steigern.

Warum ist Sparen wichtig?

Sparen kann einerseits an einen Zweck gebunden sein, zum Beispiel eine große Anschaffung. Viel wichtiger ist aber noch das reine Vorsorge-Sparen, bei dem es nicht darum geht, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, sondern einfach darum, unvorhergesehene Rechnungen begleichen zu können oder sich für schwierigere Zeiten zu wappnen und sich so davor zu bewahren, in eine Notsituation zu geraten.

Auch ein Kind wird irgendwann größere Wünsche verspüren, zum Beispiel wird es sich irgendwann ein neues Spielzeug kaufen oder den Führerschein finanzieren wollen. Es ist nur hilfreich, wenn man schon in jungen Jahren ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass ein finanzieller Polster unerlässlich ist.

Sparefrohs Tipp:

  • Viele Märchen und Kindergeschichten machen in Metaphern die Notwendigkeit des Sparens auch für Kinder verständlich, so zum Beispiel die uralte Fabel „Die Ameise und die Heuschrecke“ von Äsop. Geschichten wie diese eignen sich als guter Einstieg in ein Gespräch über die Bedeutung des Sparens und die Probleme, in die man geraten kann, wenn man nicht spart.

Wie funktioniert Sparen?

Streng genommen muss man das Sparen begrifflich noch vom reinen Horten abgrenzen. Schließlich ist der Grundgedanke fast aller Sparformen, dass man für angelegtes Geld auch in irgendeiner Form einen Zins und in der Folge einen Zinseszins erhält. Dies ist ein neuer Aspekt, der das Sparen noch zusätzlich zu den bisher schon besprochenen Aspekten „Sicherheit“ und „große Anschaffungen“ attraktiv macht.

Für Kinder, die das Sparen bisher (wenn überhaupt) nur von der heimischen Spardose her kennen, stellt dies eine wichtige Lektion zur generellen Funktionalität der Wirtschaft dar: Angesammeltes Geld vermehrt sich, wenn es angelegt wird. Deswegen nehmen Banken beim Sparen eine so wichtige Funktion ein.

Sparefrohs Tipp:

  • Sparbücher – auch wenn nur mit einem geringen Betrag befüllt – eignen sich gut, um den Effekt von Zinsen vor Augen zu führen. Wenn das Kind sein erstes Sparbuch bekommt, erklären Sie ihm, wie man damit umgeht und dass es darauf aufpassen muss. Nachdem sich die ersten Zinsen angesammelt haben, kann man das Sparbuch wieder hervorholen und dem Kind deutlich machen, dass es nun, einfach nur weil es gespart hat, über mehr Geld verfügt als über die Summe, die es weggelegt hat. Noch etwas später kann man so auch den noch erfreulicheren Effekt von Zinseszinsen aufzeigen.
  • Lassen Sie Ihr Kind den Inhalt seines Sparschweins regelmäßig in den Münzzählautomaten leeren. Der gezählte Sparbetrag wird direkt auf sein Sparkonto übertragen. So sieht die kleine SparerIn sofort ihren Sparerfolg.
  • Fördern Sie aktiv die Sparambitionen Ihres Sprösslings! Etwa, indem Sie seine Sparbeträge geringfügig aufstocken oder beim Erreichen einer bestimmten Sparsumme einen „Bonus“ auf das Sparkonto überweisen. Mit solchen zweckgebundenen Zuwendungen geben Sie einen verstärkten Anreiz zum Sparen. Ihr Nachwuchs erkennt: Es lohnt sich, regelmäßig Geld zur Seite zu legen.

Welche Sparformen gibt es?

Die Idee des Ansammelns von Wertgegenständen ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Schon die alten Griechen haben ganze Gebäude als „überdimensionale Spardose“ genutzt. Von da war es allerdings noch ein weiter Weg bis zu den zahlreichen Sparmöglichkeiten, die wir heute kennen. Tatsächlich wurden in Österreich erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts die ersten Sparkassen eröffnet. Am 4. Oktober 1819 wurde hierzulande das erste Sparbuch in ganz Zentraleuropa herausgegeben.

Heute sparen wir für die Altersvorsorge, für das Eigenheim, für große und kleine Anschaffungen – oder einfach nur, um das eigene Vermögen zu mehren und den Lebensstandard zu sichern.

Sparefrohs Tipp:

  • Eltern haben ein Haus oder Auto, Großeltern leben von ihrer Altersvorsorge, große Geschwister machen vielleicht gerade den Führerschein – überall im Umfeld des Kindes wird auf unterschiedliche Art und Weise gespart. Lassen Sie das Kind einen Tagesablauf skizzieren und überlegen Sie gemeinsam, wer wo und wofür spart. So schafft man ein Bewusstsein dafür, wie allgegenwärtig das Sparen ist.